Steinzeit in Korbach

06.06.2017

Steinzeit in Korbach

BI kritisiert Schotterbeete

Korbach. Der Bauhof gestaltet zunehmend öffentliche Beete und Grünanalgen um: Wo vorher Tiere und Pflanzen einen Lebensraum hatten und Futter finden konnten, befinden sich nun immer öfter Steinwüsten. Die Amsel hat keine Chance mehr einen Regenwurm zum Füttern ihrer Jungen aus dem Erdreich zu ziehen und den Bienen und anderen Insekten fehlen immer mehr Futterpflanzen.
Auch in manchen privaten Gärten sieht man in Korbach diese Unsitte, die angeblich Arbeit sparen soll. Allerdings landen auch zwischen den Steinen Blätter und Zweige. Moos und Algen überziehen bald die Steine. Und so wird dann wenig ökologisch die Giftspritze oder der Flammenwerfer eingesetzt.

Besonders ungünstig wirken sich zusätzliche Asphalt- und Steinflächen für das Stadtklima in Zeiten der Erderhitzung aus. Während andere Städte durch Baumpflanzungen und zusätzliche Wasserflächen versuchen, die Innenstadttemperatur zu begrenzen, hat die Stadtverwaltung zahlreiche große Bäume, beispielsweise in der Bahnhofstraße oder der Wildunger Landstraße, fällen lassen.

Vor dem städtischen Altenheim am Nordwall wurde das vorhandene Beet zugunsten zweier neuer Parkplätze drastisch verkleinert und der Rest zum Schotterbeet umgestaltet. Nach einigen Wochen wurde sogar aufwendig der zunächst eingebaute hellgelbliche Schotter komplett wieder ausgehoben und durch dunkelgrauen Schotter ersetzt, der nun noch mehr Wärme speichern kann, die dann an der Fassade des Altenheimes emporstreicht. Dr. Peter Koswig von der BI : „Dabei ist wissenschaftlich gut belegt, dass es aufgrund der verstärkten Kreislaufbelastung zu einer deutlich erhöhten Sterblichkeit bei empfindlichen Personen in sogenannten Tropennächten kommt; das heißt, dass die Temperatur nachts nicht unter zwanzig Grad zurückgeht“.

Der gelbliche Schotter lagert derweil in Säcken, um damit später den derzeit noch ökologisch intakten Garten hinter dem Altenheim umzugestalten!

Die Bürgerinitiative (BI) lebenswertes Korbach fordert die Stadtverwaltung auf, die öffentlichen Freiflächen wieder zugunsten der Einwohner und unserer heimischen Tiere und Pflanzen von den Steinen zu befreien. „Wir hören viel Kritik von Korbacher Bürgerinnen und Bürgern, in welcher Art und Weise die Verwaltung unsere öffentlichen Anlagen ,pflegt ?“, so BI-Vorsitzender Harald Rücker. Die BI bezweifelt auch, dass sich die hässlichen Schotterbeete durch den Verkauf von Samentütchen, den die Stadtverwaltung zum Hessentag gestartet hat, kompensieren lassen.

Dokument als PDF-Datei

Zurück